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Die Rauhnächte

Die Rauhnächte sind die zwölf Nächte zwischen der Thomasnacht am 21. Dezember und dem Dreikönigstag am 6. Jänner. In dieser Zeit, so der alte Volksglaube, ist die Grenze zwischen der Welt der Menschen und der der Geister durchlässig. Es ist die Zeit der Frau Perchta, der wilden Jagd und der Perchtenläufe.

Ursprung und Bedeutung

Der Begriff Rauhnacht leitet sich entweder von mittelhochdeutsch rûch (rau, wild, aber auch rauch) oder von Rauch ab, da in diesen Nächten traditionell mit Weihrauch geräuchert wurde, um Haus und Hof von bösen Geistern zu reinigen. Die zwölf Rauhnächte symbolisieren die zwölf Monate des kommenden Jahres – jeder Tag steht für einen Monat. Das Wetter in jeder Rauhnacht galt als Omen für den entsprechenden Monat.

Die Rauhnächte sind ein vorchristliches Brauchtum, das in der Zeit der Wintersonnenwende verwurzelt ist. Die kürzesten Tage und längsten Nächte des Jahres galten als Zeit des Stillstands, in der die Natur zur Ruhe kommt und die Grenzen zwischen Diesseits und Jenseits verschwimmen. Die christliche Kirche überlagerte dieses Brauchtum mit dem Weihnachtsfestkreis, konnte die alten Vorstellungen jedoch nie vollständig verdrängen.

Die zwölf Nächte

Der Beginn der Rauhnächte wird unterschiedlich datiert. Weit verbreitet ist der Zeitraum von der Thomasnacht (20./21. Dezember) bis zum Dreikönigstag (6. Jänner). Die Thomasnacht gilt als die erste und wichtigste Rauhnacht. In manchen Traditionen beginnen die Rauhnächte erst mit der Christnacht (24./25. Dezember). Die bedeutendsten Nächte sind:

Thomasnacht (20./21. Dezember): Die längste Nacht des Jahres, in der die Perchtenzeit beginnt. Der heilige Thomas soll der Überlieferung nach als einziger Apostel die Geburt Jesu nicht erlebt haben und daher in der Zwischenwelt umherirren.
Christnacht (24./25. Dezember): Die Geburt Christi – in dieser Nacht sollen die Tiere sprechen können und das Wasser in den Brunnen sich in Wein verwandeln.
Silvesternacht (31. Dezember): Die Nacht des Jahreswechsels, in der besonders viel Lärm getrieben wird, um die bösen Geister zu vertreiben.
Dreikönigsnacht (5./6. Jänner): Die letzte Rauhnacht, in der die Perchten wieder in ihre Welt zurückkehren. Die Häuser werden geweiht und die Sternsinger ziehen umher.

„In den Rauhnächten tanzen die Geister – und die Perchten treiben ihr wildes Wesen.“

Bräuche und Regeln

Mit den Rauhnächten sind zahlreiche Regeln und Verbote verbunden. In dieser Zeit soll man keine Wäsche aufhängen – sonst verfängt sich Frau Perchta darin und bestraft die Bewohner. Auch das Spinnen war in diesen Nächten verboten. Stattdessen wurde geräuchert: Mit Weihrauch, Wacholder oder Kräutern wurden Haus, Stall und die Wirtschaftsgebäude gereinigt, um die bösen Geister zu vertreiben und Segen für das neue Jahr zu erbitten.

In den Rauhnächten war es auch verboten, Erbsen zu essen, da diese angeblich die Tränen der verdammten Seelen darstellten. Die Zeit zwischen den Jahren galt als besonders gefährlich – man mied weite Reisen und hielt sich in der Nähe des Hauses auf. Heute leben diese Bräuche vor allem in den Perchtenläufen fort, die ausschließlich in den Rauhnächten stattfinden.