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Der Schiachpercht

Der Schiachpercht – von bairisch schiach für „hässlich, scheußlich“ – ist die wilde, nächtliche Erscheinungsform der Perchten. Anders als die prächtig geschmückten Schönperchten treten die Schiachperchten ausschließlich in der Dunkelheit auf. Sie sind furchterregend gestaltet und verkörpern die wilden, ungezähmten Kräfte der Rauhnächte.

Aussehen und Merkmale

Der Schiachpercht trägt eine handgeschnitzte Larve aus Zirben- oder Lindenholz, deren Gesichtszüge bewusst verzerrt und übertrieben sind. Die Fratze zeigt ein weit aufgerissenes Maul mit gefletschten Zähnen, hervortretende Augen und eine oft heraushängende lange Zunge. Charakteristisch ist die Anzahl der Hörner: Während der Krampus stets nur ein Paar Hörner trägt, haben Schiachperchten mehrere Paare – oft vier oder sechs Hörner, die sich aus der Maske erheben und ihr ein besonders wildes, teuflisches Aussehen verleihen.

Der Körper wird von einem Fellmantel aus Schaf- oder Ziegenfell bedeckt, das wild und zottig erscheint. Um die Hüften tragen die Schiachperchten einen breiten Ledergürtel mit zahlreichen Schellen – rasselnden Metallteilen, die bei jeder Bewegung einen hellen, durchdringenden Klang erzeugen. Anders als der Krampus, der tief klingende Kuhglocken trägt, verwenden Perchten ausschließlich Schellen. Eine Rute führt der Percht niemals mit sich – seine Waffe ist eine schwere Kette, die er durch die Luft schwingt und auf den Boden schlagen lässt.

Auftrittszeit und Regeln

Die Schiachperchten treten ausschließlich in den Rauhnächten auf – zwischen der Thomasnacht (20./21. Dezember) und der Dreikönigsnacht (5./6. Jänner). Perchtenläufe außerhalb dieser Zeit sind moderne Erfindungen und entsprechen nicht dem traditionellen Brauchtum. In dieser Zeit dürfen die Perchten ihr Gesicht nicht zeigen: Solange sie die Maske tragen, ist ihnen das Sprechen verboten.

Die Schiachperchten ziehen in großer Zahl durch die Nacht, oft mit einem großem Gefolge. Sie kontrollieren die Häuser auf Sauberkeit – im Sinne der Frau-Perchta-Sage. In ihrem wilden Lauf toben sie durch die Gassen, schwingen ihre Ketten und erzeugen einen ohrenbetäubenden Lärm, der die bösen Geister vertreiben soll. Anders als bei Krampusläufen gibt es bei traditionellen Perchtenläufen keine direkte Interaktion mit dem Publikum – die Schiachperchten bleiben eine geisterhafte Erscheinung der Nacht.

„Die Schiachperchten tanzen in der Nacht – mit Schellenklang und Kettenschlag, bis der Tag erwacht.“

Abgrenzung zum Krampus

Der Schiachpercht wird häufig mit dem Krampus verwechselt, unterscheidet sich jedoch in wesentlichen Punkten: Der Krampus läuft in der Adventzeit rund um den Nikolaustag, der Schiachpercht in den Rauhnächten. Der Krampus hat ein Paar Hörner, der Schiachpercht mehrere Paare. Der Krampus trägt Glocken, der Schiachpercht Schellen. Der Krampus führt eine Rute, der Schiachpercht eine Kette. Und schließlich spricht der Krampus im Gegensatz zum Schiachpercht nicht – der Krampus darf sehr wohl sprechen, während der Percht unter seiner Maske schweigen muss.