Krampuslauf heute
Auftrittszeit
Traditionell beschränkt sich die Zeit der Krampusse auf den 5. und 6. Dezember – den Vorabend und den Tag des heiligen Nikolaus. In der heutigen Zeit wird dieser Zeitraum jedoch immer weiter ausgedehnt. Viele Läufe beginnen bereits Mitte November. Traditionell ausgerichtete Vereine wie wir planen unsere Auftritte frühestens ab dem 30. November und beenden die Saison spätestens vor der ersten Rauhnacht, der Thomasnacht vom 20. auf den 21. Dezember.
Die Perchten hingegen treten ausschließlich in den Rauhnächten zwischen Heiligabend und Dreikönig (6. Jänner) auf. Perchtenläufe außerhalb dieser Zeit – insbesondere um den 5. Dezember – sind meist touristische Attraktionen und entsprechen nicht dem traditionellen Brauchtum.
Ablauf eines Krampuslaufs
Ein Krampuslauf beginnt mit dem gemeinsamen Vorbereiten der Ausrüstung. Jeder Krampus legt sein Fell an, setzt die handgeschnitzte Maske auf und befestigt die Glocken. Die Gruppe aus Nikolaus, Krampus und anderen Begleitern wird als Pass bezeichnet. Traditionell dürfen nur die wehrfähigen, unverheirateten Männer des Dorfes teilnehmen – heute sind viele Pässe jedoch auch für Frauen und jüngere Mitglieder offen.
Das Läuten der Glocken kündigt die Ankunft der wilden Gestalten an – ein Klang, der Groß und Klein das Fürchten und gleichzeitig ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert. Der Nikolaus prüft die Kinder, beschenkt die Braven, während die Krampusse die Unartigen mit der Rute erschrecken. Bei Schauläufen steht der Unterhaltungswert im Vordergrund – es wird getobt, gesprungen und mit dem Publikum interagiert.
Besonders wichtig ist uns der respektvolle Umgang mit dem Brauchtum. Wir achten darauf, dass Kinder nicht zu sehr erschreckt werden und dass die Grenzen der Zuschauer respektiert werden. Ein Krampuslauf soll Spaß machen, Spannung bieten und die Gemeinschaft zusammenbringen.
Perchtenlauf
Anders als der Krampuslauf finden Perchtenläufe in den Rauhnächten statt. Die Schönperchten erscheinen am Tag und wünschen den Dorfbewohnern Glück und Segen. Die Schiachperchten treten in der Nacht auf, oft in großer Zahl und mit großem Gefolge. Sie kontrollieren die Häuser auf Sauberkeit – ganz im Sinne der Frau-Perchta-Sage – und dürfen, während sie ihr Gesicht verbergen, kein Wort sprechen.
In vielen Orten Österreichs und Süddeutschlands haben sich beide Traditionen erhalten und werden von lokalen Vereinen gepflegt. Bekannt sind der Pongauer Perchtenlauf (abwechselnd in St. Johann, Altenmarkt, Bischofshofen und Bad Gastein am 6. Jänner), die Glöcklerläufe im Salzkammergut und die traditionellen Krampusläufe im gesamten Alpenraum.
